Montag, 19. Juni 2017

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie



Originaltitel: Before I Fall
Autorin: Lauren Oliver
Übersetzung von: Katharina Diestelmeier
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 23.08.2010
Seiten: 448
Preis: (D): 8.99€  (A): 9.30€
Bewertung: ♥ ♥ ♥ ♥




- Inhalt -

Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte ...

- Meinung -

Allein der Beginn der Geschichte ist unfassbar gut, so dass sie mich schon nach den ersten zwei Seiten total mitgenommen hat. Schon von Anfang an ist klar, dass es sich um viel mehr handelt, als um das einfache Leben eines High-School Mädchens. Nicht nur werden die typischen und oberflächlichen Probleme eines jeden Teenies behandelt, sondern spricht Lauren Olivers mit dem Buch auch Themen wie Freundschaft, Liebe und Mobbing an. Es zeigt einfach, dass die noch so kleinsten Sachen einen großen Einfluss auf den Lauf der Geschichte haben kann. Dass der kleinste Fehler schwerwiegende Folgen mit sich ziehen kann. Vor allem aber zeigt es, dass jeder Mensch schwächen hat. Man ist nicht von Grund auf nur böse oder gut. Jeder versucht einfach nur sich selbst zu schützen und dabei kann es passieren dass es auf die Kosten anderer geht. So will man ursprünglich niemandem etwas böses tun. Es ist viel tiefgründiger als man anfangs glauben mag.
Die Protagonistin, Samantha, ist mir jedoch ziemlich bald sehr auf die Nerven gegangen. Sie ist einer jener Mädchen die man laut Hollywoodfilmen unbedingt sein will. Beliebt, hübsch und reich. Leider ist sie aber auch total oberflächlich, arrogant und eigentlich nicht auszustehen. So hat mich ihre Art schon nach fünf Minuten richtig aufgeregt. Doch das hält nicht das ganze Buch über an. Sam legt eine massive Veränderung im Laufe des Buches hin, sodass sie mit der Zeit einsieht, dass sie nicht immer der liebenswürdigste Mensch auf Erden war. Sie beginnt ihre Aktionen zu hinterfragen und versucht schlussendlich alles wieder so gut wie Möglich wett zu machen. Jedoch gab es auch Protagonisten wie Izzy oder Kent die ich sofort lieb gewonnen habe. Vor allem Kent habe ich bewundert, dass er trotz der ganzen Abweisungen immer noch zu Samantha steht und sie nicht aufgegeben hat, so wie es die meisten machen würden.
Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich gut. Lauren Olivers schreibt so flüssig und mitreißend, dass ich alles in einem durchlesen wollte. Auch hat mir gefallen wie Sam immer mal wieder eine Bemerkung in die Geschichte eingeworfen hat, so dass man zwar immer wieder vom 12. Februar liest, manchmal jedoch Bemerkungen von der "erzählenden Sam" kommen.
Das Buch bringt einen richtig viel zum Nachdenken und lehrt einen auch das man die kleinen Dinge im Leben nicht immer als selbstverständlich sehen sollte. Ich habe es unglaublich genossen die Gesichte zu lesen und kann sie wirklich jedem empfehlen, auch wenn mir Samantha und ihre Freundinnen Anfangs noch so sehr auf die Nerven gingen.

- Bewertung -
 ♥ ♥ ♥ ♥

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